Andacht 2

Andacht zum Sommer 2020

schmetterling

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele haben schon im Januar oder noch eher das Jahr 2020 geplant, Urlaubszeiten eingetragen, Geburtstagsfeiern, Besuche, Reisen, und nicht zuletzt die Ferienzeiten in die Kalender eingetragen. Andere Feiertage sind schon automatisch vermerkt. Und alle Jahre wieder dürfen zu den selben Anlässen die angemessenen Festivitäten erwartet werden. Selbst bis in den Terminkalender der Kirchengemeinde gelangen die Anfragen: Wird wieder so gefeiert wie im letzten Jahr, so wie immer? Und dann kam alles so ganz anders. Was geblieben ist, ist eben diese Frage und damit verbunden die Sehnsucht nach der alten Normalität. Wann kann endlich wieder geplant werden? Womit kann gerechnet werden? Wer keine Antworten findet, bekommt es mit der Angst zu tun, die Kontrolle zu verlieren und sich möglicherweise in Verzicht üben zu müssen. Nun ist mir dieses Bild vom Schmetterling aus der Bundesgartenschau in Schwerin von 2009 aufgefallen. Dieses faszinierende Insekt fliegt einfach los, geleitet nur vom eigenen Instinkt, findet wie zufällig eine Ansammlung von Blüten und saugt den süßen Nektar, wo immer sich ihm gerade die Gelegenheit bietet. Dieser Schmetterling kennt keinen Jahresplan, Terminkalender, geschweige denn pünktlich servierte Mahlzeiten. Es fliegt einfach los und nimmt, was es bekommt, ohne auch nur einen Gedanken an Schicksal, höhere Gewalt, Mangel oder Ungerechtigkeit zu hegen. Mit diesem Schmetterling muss ich an die Worte aus Psalm 104, 27 denken:
„Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gibst zu seiner Zeit.“
Nach Monaten des Verzichts und der Einschränkungen hat zumindest hierzulande jeder die Erfahrung machen können: Es geht, auch mit Maske, auch mit Abstandsgeboten. Es geht nicht alles und nicht wie gewohnt. Aber niemand musste wegen dem zeitweilig knappen Toilettenpapierangebot wirklich verhungern. Gott sei Dank – ist die Pandemie bislang an Woltwiesche weitgehend vorüber gegangen. Doch regen mich diese Zeit, dieser Schmetterling und dieses Psalmwort dazu an, aus diesen Erfahrungen zu lernen, Erwartungen zurück zu stellen, genügsam zu werden und vor allem Gott zu vertrauen, dass er mich mit dem zum Leben notwendigen versorgt. Alles hat seine von ihm gegebene Zeit. Und ich selbst bin mit ihm verbunden in Ewigkeit.
Bleiben Sie beschützt und bewahrt unter Gottes Geleit und Segen.

Ihr Pf. Martin Schulz

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