Andacht 2

Andacht zum 2. Sonntag nach Epiphanias 17.01.2021

weihnachtsaltarb

Andacht

Psalm103 nach EG 742
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
der deinen Mund fröhlich macht,
und du wieder jung wirst wie ein Adler.
Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht
allen, die Unrecht leiden.
Er hat seine Wege Mose wissen lassen,
die Kinder Israel sein Tun.
Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte.

Die Lesung aus dem Alten Testament
steht im 2. Buch Mose im 33. Kapitel

Der HERR sprach zu Mose: »Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.«
Nun bat Mose den HERRN: »Lass mich doch den Glanz deiner Herrlichkeit sehen!«
Der HERR erwiderte: »Ich werde in meiner ganzen Pracht und Hoheit an dir vorüberziehen und meinen Namen 'der HERR' vor dir ausrufen. Es liegt in meiner freien Entscheidung, wem ich meine Gnade erweise; es ist allein meine Sache, wem ich mein Erbarmen schenke.
Trotzdem darfst du mein Gesicht nicht sehen; denn niemand, der mich sieht, bleibt am Leben.
Weiter sagte der HERR: Hier auf dem Felsen neben mir kannst du stehen.
Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, werde ich dich in einen Felsspalt stellen und dich mit meiner Hand bedecken, bis ich vorüber bin.
Dann werde ich meine Hand wegnehmen, und du kannst mir nachschauen. Aber von vorn darf mich niemand sehen.«

Liebe Leserin, lieber Leser!
Eine Unruhe treibt mich um.
Unruhig schaue ich auf die Coronazahlen und kann nicht absehen, wann sie endlich sinken werden.
Unruhig schaue ich auf meine vier Wände und würde so gerne wieder reisen, frei sein, Sehehswürdigkeiten besuchen, Neues erleben.
Unruhig suche ich in den Nachrichten nach Lösungen, Erklärungen, ich möchte sehen und verstehen, möchte Gott verstehen. Wie konnte es zu einer solchen Pandemie kommen?
Aus der Ferne sehen und verstehen ist schwer,
kaum möglich.
Aber einander begegnen, in die Augen blicken,
einen eigenen Eindruck gewinnen, das liegt mir eher.
Auch Mose wollte Gott sehen,
ihm in die Augen blicken.
Wer würde das nicht auch gerne tun?
Nur ein einziges Mal!
Gott sieht und versteht den Wunsch seines wichtigen Vertreters.
Musste doch Mose Rede und Antwort stehen
zu den Fragen seines Volkes.
Doch so einfach ist das nicht.
Wer Gott sieht, der verglüht.
Seine Macht und Herrlichkeit ist so hell, so intensiv,
dass niemand eine solche Begegnung überleben könnte.
Gott wäre nicht der, der er ist, wenn es anders wäre.
Die Geschichte erzählt von Gottes Antwort auf den Wunsch des Mose:
Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, werde ich dich in einen Felsspalt stellen und dich mit meiner Hand bedecken, bis ich vorüber bin.
Dieses Bild beruhigt mich:
Gott hält die Hand über Mose und schützt sein Leben, während seine vernichtende Macht vorüber zieht.
Ich kann nicht ändern, was gerade passiert.
Aber ich darf mich zurück ziehen und auf den Schutz Gottes vertrauen.
Solange er seine Hand über mir hält, wird mir nichts passieren. Wenn ich daran denke, mir das Bild Mose in der Felsspalte vor Augen halte, dann kann ich hoffen, glauben, vertrauen und mich schon freuen auf die Zeit, wenn die größte  Gefahr vorüber ist.
Übrigens:
Einmal hat sich Gott tatsächlich blicken lassen,
als er selbst Mensch geworden ist. Wir feiern immer noch Epipahniasfest: das Fest der Erscheinung des Herrn.
Seinen Jüngern und vielen anderen ist Gott erschienen
duch seinen Sohn Jesus Christus, von ihm haben sie als Apostel und Zeugen erzählt, seine Worte wert geschätzt und für uns aufgehoben. So wie dieses hier (Joh 14,1):
Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Mit diesem Glauben und Vertrauen vergeht meine Unruhe.
So lässt es sich aushalten, leben, verstehen
und mit Vorfreude nach vorne sehen.
Amen.

Fürbittengebet

Großer Gott,
es ist so schwer zu verstehen, was vor sich geht:
dein Handeln ist mir oft ein Rätsel.
Bitte sieh meine Unruhe und schenke mir Vertrauen,
dass du es gut mit mir meinst.
Schütze mich mit deiner Hand vor allem Argen und Bösen.
Stärke die Hände aller in der Medizin Tätigen.
Tröste alle, die haben Abschied nehmen müssen.
Gib Einsicht und Verstand allen, die Entscheidungen treffen müssen.
Denn dir allein vertrauen wir unsere Zeit an.

Dafür beten wir gemeinsam:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
So geht hin im Frieden des Herrn:
Der Herr segne und behüte dich,
der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig
der Herr erhebe sein Angesicht über dir und gebe dir Frieden. Amen.

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