Andacht 3

Andacht zu Epiphanias Januar 2021
über Jes 60, 1-5

Psalm 72
Gott, gib dein Recht dem König
und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,
dass er dein Volk richte in Gerechtigkeit
und deine Elenden nach dem Recht.
Lass die Berge Frieden bringen für das Volk
und die Hügel Gerechtigkeit.
Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit,
und den Elenden, der keinen Helfer hat.
Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,
und sie werden ihn preisen.
Gelobt sei Gott der Herr, der Gott Israels,
der allein Wunder tut.
Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,
und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden.

MaSchulz

von Pf. Martin Schulz

Liebe Gemeinde!
Manchmal frage ich mich: Wer regiert mich eigentlich?
Ist es die von mir, vom Volk gewählte Regierung?
Ist es der Chef, der sagt, was ich zu tun und zu lassen habe?
Oder ist es die Krankheit, die mich ausbremst, die mich hindert, zu sein, der ich bin?
Oder ist es das Coronavirus, das mir meine Freiheiten nimmt?
Manch einer mag verzweifeln, von so vielen Seiten umstellt zu sein. Diese Zeit des Lockdowns ist hart, allein schon eine Gefahr für die Seele.
Ein Ende, ein Ausweg ist so bald nicht in Sicht.
 Da ist guter Rat teuer, Vorhersagen schwierig,
die gläserne Kugel schweigt, ist denkbar ungeeignet für einen klaren Blick in die Zukunft.
Da erinnere ich mich: Wenn Gott spricht, dann passiert es tatsächlich. Schon im dritten Satz der Bibel heißt es:
"Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht."
Das schöpferische Wort Gottes hat schon so manches Mal in die Geschichte der Menschen eingegriffen, geheilt, gerettet, Schicksale gewendet.
Sein Eingreifen ist keine Regel.
Sein Handeln unterliegt keinem Gesetz.
Kein Mensch kann darüber verfügen oder hat einen Anspruch darauf.
Aber es passiert - immer wieder: Gott spricht, und es passiert. Seine Worte kehren nicht leer zu ihm zurück, sondern sie verändern, bewegen, schaffen eine neue Hoffnung.
Ich kann Ihnen viel erzählen. Erleben Sie es selbst, welche Tiefe in seinen Worten liegt. So wie er durch den Propheten Jesaja spricht im 60. Kapitel:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt,
und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!
Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und
die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Hebe deine Augen auf und sieh umher:
Diese alle sind versammelt, kommen zu dir.
Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden.
Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt.
Haben Sie es auch gespürt? Die Macht, die Kraft, die hinter diesen Worten steht?
Denn diese Worte verbinden Himmel und Erde!
Die klingen nach purer Herrlichkeit Gottes!
Die strahlen nur so vor Macht und Kraft Gottes!
Wir sind nicht die ersten, die das zu spüren bekommen.
Denn immer und immer wieder haben Menschen die Erfahrung gemacht:
Was Gott spricht, das passiert wirklich.
Schon damals zu Zeiten Jesajas hat sich das Volk Israel diese Worte zu Herzen genommen,
ist aufgebrochen aus dem Exil zurück in die alte Heimat und in eine neue Zeit der Freiheit.
Schon damals zu Zeiten Jesu Geburt hat Gott
mit Wort und Tat Arm und Reich zu sich gezogen,
hat schon als Kind die Menschen glücklich gemacht.
Tatsächlich ist sein Licht gekommen, er selbst ist Mensch geworden, gekommen in unsere finstere Welt,
geboren in der Armut eines Stalls.
Tatsächlich ist Jesus durchs Land gezogen und hat von Gottes neuem Reich gesprochen.
Tatsächlich hat er den Tod aller Tode überwunden und das ewige Leben begründet.
Heute wissen wir nicht, überhaupt nicht, wie es weiter geht. Aber wir dürfen uns an unseren Herrn und Gott verbunden wissen. Wir dürfen hoffen, diese Worte auf uns wirken lassen und damit die Freude am Leben zurück holen,
wenn wir uns sagen lassen:

Mache dich auf, werde licht;
denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!
Amen.


Fürbittengebet

Großer Gott,
bei allem, was uns begrückt und niedrig hält,
halten wir uns an dich und vertrauen dir unsere Gedanken an:
Denn wir danken dir, dass du uns begleitet, bewahrt und beschützt hast bis zum heutigen Tag.
Wir bitten dich um die, die es getroffen hat, die erkrankt sind, die sich allein gelassen fühlen.
Lass niemanden allein mit seinem Schicksal.
Stärke und bewahre alle, die im Gesundheitswesen arbeiten.
Stärke und heile, die von Krankheit betroffen sind.
Stärke uns alle, dass wir mit Geduld durch diese Zeit der Entbehrungen kommen
und halte uns zusammen
als Gemeinde Jesu Christi

wenn wir gemeinsam beten:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
So geht hin im Frieden des Herrn:
Der Herr segne und behüte dich,
der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig
der Herr erhebe sein Angesicht über dir und gebe dir Frieden.
Amen.

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