Andacht 4

Andacht zum Sonntag Jubilate am 03.05.2020
über 1. Joh 5,4

Psalm 25

Auf dich, Herr, richte ich Herz und Sinn.
Dir, meinem Gott, vertraue ich;
enttäusche mich nicht!
Herr, zeige mir den Weg, den ich gehen soll;
lass mich erkennen, was du von mir verlangst.
Lehre mich, in Treue zu dir mein Leben zu führen.
Du bist doch der Gott, bei dem ich Hilfe finde;
auf dich hoffe ich zu jeder Zeit.
Amen.

MaSchulz

von Pf. Martin Schulz

Lesung aus dem Alten Testament
1. Mose im 1. Kapitel:


Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht!
Und es ward Licht.
Und Gott sah, dass das Licht gut war.
Amen

Lesung Evangelium
Johannes 15. Kapitel:

Jesus Christus spricht:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
Amen.

 

Lieb Leserin, lieber Leser!

Jeden Tag das Gleiche!
Den Kampf mit sich selbst ausrichten,
schon am Morgen sich überwinden,
das warme Bett zurück lassen, sich aufrichten
und die täglichen Notwendigkeiten erledigen.
Immer wieder die Trägheit überwinden, vom bequemen Sofa aufstehen und seinen Lieblingssport angehen?
Dann nach einer Zeit der Kurzarbeit wieder zur Arbeit gehen?
Jeden Tag das Gleiche!
Wie hilfreich ist da ein Familienmitglied, das mit dem Frühstück wartet, einen Anstoß gibt, einen Grund, um sich zu rühren.
Viele müssen auch in der neuen Woche zu Hause bleiben und sind den Trägheitsgesetzen um so mehr ausgeliefert.
 Da ist es gut, wenn uns jemand ins Gewissen redet,
uns den richtigen Impuls gibt, damit wir tun, was zu tun nötig ist.
 Einen solchen ganz besonderen Impuls gibt der Apostel Johannes seinen Leuten im 1. Joh 5,4:    
 „Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“
 Liebe Gemeinde, dies ist in der Tat ein ganz besonderer Impuls. Denn dieser Impuls kommt von Gott höchst persönlich. Am Ostersonntag hat er etwas ganz grundlegend verändert, seitdem muss das Leben ganz neu definiert werden, seitdem ist alles neu, alles ganz anders geworden. Denn an Ostern hat Gott in seinem Sohn den Tod, das Scheitern, das letzte denkbare Ende, höchstpersönlich selbst überwunden!!!
 Damit ist der schwierigste Schritt schon getan, liebe Gemeinde, Jesus Christus hat schon für uns überwunden, was noch nie zuvor ein Mensch überwinden konnte.
Wenn wir dem nur einen Fingerhut voll Glauben schenken könnten, dann würden wir viel leichter unsere Wege gehen, könnten wir viel entschlossener die richtigen Entscheidungen treffen und Veränderungen mit viel mehr Gelassenheit entgegensehen.
Wir würden eine Freiheit spüren, von der uns nichts und niemand mehr trennen könnte. Weil wir wissen:
Das Schlimmste ist schon längst überstanden;
Jesus Christus hat das absolute letzte Scheitern,
den Tod selbst, überwunden.
 Unsere Sorgen und Probleme sind damit natürlich nicht vom Tisch. Die Trägheit ist auch noch die alte.
Die Coronakrise ist auch noch lange nicht vorbei.
Aber wir haben das Licht!
Hier vorne steht sie, die Osterkerze, gerade erst vor 3 Wochen entzündet am Osterfest.
Dieses Licht von Ostern erleuchtet Zusammenhänge, stellt mich in einen neuen Raum.
Es zeigt mir, wo ich in dieser Welt stehe.
Es zeigt mir meinen Nächsten und hilft mir, ihn zu verstehen.
Es zeigt mir den Allmächtigen, der selbst die Ohnmacht des Todes kennt und sie überwunden hat.
Mit diesem Licht bin ich ein anderer Mensch, herausgenommen aus der Trägheit meinerselbst,
hineingenommen in das neue Leben,
das Liebe und Zuwendung ausstrahlt.
Ich erkenne mich selbst und diesen Tag als Geschenk Gottes,  als Gabe und Aufgabe.
Und ich spüre den Impuls, den neuen Mut, aufzustehen von dem noch so bequemen Sofa, anzupacken und einander Gutes zu tun.
So wie Gott mir Gutes tut, mir auch Schweres auferlegt,
aber mich immer wieder befreit aus der Dunkelheit der Nacht, mich immer wieder aufweckt, jeden Tag aufs neue und der jeden Morgen sein Licht über uns aufgehen lässt.
Ist da nicht jeder Morgen ein kleines Osterereignis?
Bleiben Sie gesund, bewahrt und geborgen
unter dem Segen Gottes.

Amen.
 


Gebet

Herr, großer Gott,
ich danke dir. Du hast es geschafft, hast meine Gedanken in Bewegung gebracht.
Gehe mit mir meine Schritte in den Tag und durch die Nacht.
Gib mir den Anstoß, dass ich mich überwinden kann.
Gib mir dein Licht, dass ich mit Freude mein Werk tue.
Lass dein Licht von Ostern leuchten über allen, die in dunkle Situationen geraten sind, die erkrankt, von der Arbeit überfordert, von anderen bedrängt ihre Freiheit verloren haben. Lass dein Licht von Ostern erleuchten die Machthaber in Politik und Wirtschaft, dass sie in dieser extremen Zeit zu richtigen Entschlüssen finden.
Hilf uns allen mit deinem Licht der Liebe durch diese Zeit hindurch.

Dies – und alles, was uns bewegt, tragen wir vor dich,
wenn wir gemeinsam beten:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
So segne und behüte uns Gott der Allmächtige und Barmherzige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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