Andacht 4

Andacht zum neuen Jahr am 03.01.2021
über Matthäus 2, 13-16

weihnachtsaltar2020

Liebe Gemeinde,
 

es ist vorbei!
Das alte leid geprägte Coronajahr 2020 haben wir hinter uns.
Weihnachten in kleiner Runde gefeiert liegt hinter uns,
Silvester in kleiner Runde gefeiert liegt hinter uns.
Aber die Weihnachtsbäume stehen noch.
Ein wenig dürfen sie noch stehen bleiben.
Ein wenig darf Weihnachten noch nachklingen.
Denn sie ist so schön, die weihnachtliche Idylle,
ein Stück heile Welt, so wie hier in der aufgebauten Krippe in unserer Christuskirche.
Doch auch diese Idylle findet bald ein hartes Ende.
Hören wir, wie es weiter geht, im Matthäusevangelium
im 2. Kapitel:
Siehe, es erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach:
Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir
und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage;
denn Herodes hat vor, das Kind zu suchen, um es umzubringen.
Da stand er auf und nahm das Kind und seine Mutter mit sich bei Nacht und flüchtete nach Ägypten und blieb dort
bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den
Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Liebe Gemeinde, sie keinen das Sprichwort:
„Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf."
Josef gibt das beste Beispiel ab:
Im Traum spricht Gott zu ihm, wie er sich verhalten muss, um sein Kind schützen zu können.
 Offenbar ist Josef besonders sensibel für die Botschaften Gottes. Er tut, was getan werden muss. Ohne wenn und aber!
Kein unsicheres Fragen:
Soll ich wirklich? Jetzt sofort? Ist das auch alles richtig?
Nein, Josef befolgt die Anweisungen Gottes genau und vertraut ohne zu zögern.
 Gerade er hat so seine Erfahrung mit Träumen.
Als Maria vor der Ehe schwanger war und Josef überlegte, sie deshalb zu verlassen, da erschien ihm auch ein Engel im Traum und überzeugte ihn, Maria als seine Frau zu sich zu nehmen.
Mehr noch: der Engel kündigte an, dass Maria einen Sohn gebären werde, der sein Volk retten würde.
Später hat sich heraus gestellt, dass alles richtig war:
selbst Fremde kommen, um dem Kind als dem König und Heilsbringer zu huldigen.
 Josef weiß, dass Gottes neue Befehle - die Flucht nach Ägypten, die Rückkehr nach Israel und die Niederlassung in der Stadt Nazareth in Galiläa - dem Leben seines Sohnes Jesus dienen und damit dem Leben und dem Heil aller Menschen. Darum kann Josef sie befolgen.
 Überhaupt: Josef rückt in der Vorgeschichte dieses Evangeliums in den Vordergrund. Er ist hier nicht nur eine bloße Nebenfigur an der Krippe, wie er in der uns so vertrauten Weihnachtsgeschichte im Lukas-Evangelium dargestellt ist.
Mal ehrlich: Möchten wir nicht auch manchmal ein bisschen sein wie Josef, mit der Fähigkeit zu träumen und danach zu handeln?
Josef tut, was getan werden muss. Ohne zu zögern bricht er Hals über Kopf auf und flüchtet mit seiner Familie nach Ägypten.
Die Heilige Familie wird so zu einer Flüchtlingsfamilie,
Jesus war kaum geboren, da wurde er schon ein Asylant in Ägypten.
Eine ganze Genertion von Deutschen ist ebenso geflüchtet aus Schlesien und Ostpreußen, oft Hals über Kopf über Nacht aufgebrochen, wissen Zeitgenossen heute noch zu erzählen.
Und Machthaber, die von sich behaupten, „Nur ich bin der einzig wahre König!“, die gibt es auch heute, man schaue nur nach Belarus oder in die Vereinigten Staaten.
Doch zurück zu unserer nachweihnachtlichen Geschichte:
Sie ist wie jede Geschichte, ein
Wechsel von Gefahr und Bedrohung bis zum Happy End.
Vorerst blieb das Jesuskind von den Mordgelüsten des Königs herodes verschont. Doch sein Leben lang wurder er verfolgt von den Mächtigen des Landes, von Pharisäern und Schriftgelehrten.
Ein Leben lang hat Jesus nicht mit Macht und Gewalt gekämpft; Jesus hat die Wahrheit Gottes gelebt,
er hat geheilt und erzählt von der Barmherzigkeit Gottes.
Er hat sich nicht gesträubt, sondern seinem Schicksal gestellt.
Er ist letztlich den grausamsten Tod am Kreuz gestorben,
um alle Grausamkeiten dieser Welt zu überwinden.
Er ist letztlich auferstanden und hat aller Bosheit und Gewalt dieser Welt die Harke gezeigt.
 Auch wir, liebe Gemeinde, sind der Gefahr durch das Coronavirus ausgesetzt. Auch wir sind damit nicht alleine.
Also tun wir es der Heiligen Familie gleich:
Ziehen wir uns zurück ins Asyl unserer eigenen vier Wände. bieten wir dem Virus keine Angriffsfläche, kehren wir wieder zurück ins normale Leben, wenn es soweit ist.
Und vertrauen wir unserem Gott, der bei uns ist und bleibt!
Gehen wir mit ihm ins neue Jahr, so wie er mit uns geht durch Dick und Dünn. So wie er es schon im Jesajabuch verheißen hat:
Jes 41,10:
Fürchte dich nicht, ich bin mit dir;
weiche nicht, denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich, ich helfe dir auch,
ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Amen.

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