Ostergottesdienst

Gottesdienst zum Osterfest 12. April 2020

über 1. Kor 15, 19-21 von Pf. Martin Schulz

Chorraum
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Worte aus Psalm 118

Danket dem Herrn; denn er ist sehr freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Die Rechte des Herrn ist erhöht;
die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich sein.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist sehr freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
 


Gebet

Herr, unser Gott,
du hast deinen Sohn Jesus Christus auferweckt zu neuem Leben, all die Todesmächte hast du überwunden.
Wir bitten dich: lass auch bei uns neues Leben entstehen,
überwinde alle Mächte, Viren, Krankheiten,
die uns im Alltag bedrohen,
und leite uns an zu diesem neuen Leben,
das aus der Kraft deiner Auferstehung schöpft.
Denn dir sei Ehre und Dank
heute zum Osterfest und an allen Tagen.
Amen.


Das Osterevangelium (Mk 16,1-8)
steht bei Markus im 16. Kap.:

Am Abend, als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um den Toten damit zu salben.
Ganz früh am Sonntagmorgen, als die Sonne gerade aufging, kamen sie zum Grab.
Unterwegs hatten sie noch zueinander gesagt: »Wer wird uns den Stein vom Grabeingang weg rollen?«
Denn der Stein war sehr groß. Aber als sie hinsahen, bemerkten sie, dass er schon weggerollt worden war.
Sie gingen in die Grabkammer hinein und sahen dort auf der rechten Seite einen jungen Mann in einem weißen Gewand sitzen.
Sie erschraken sehr.
Er aber sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod auferweckt! Hier seht ihr die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.
Und nun geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus:
'Er geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, genau, wie er es euch gesagt hat.'«
Da verließen die Frauen die Grabkammer und flohen. Sie zitterten vor Entsetzen und sagten niemand ein Wort. Solche Angst hatten sie.


Ansprache

Liebe Leserin, lieber Leser,
Ein Jeder fragft sich: Wie soll das nur weiter gehen?
Eine Ausstiegsstrategie wird gesucht und - nach und nach - schrittweise gefunden.
Was heute zu lesen ist in den Nachrichten, lässt immer noch erschaudern, aber auch ganz leise hoffen.
Das kann doch nur noch besser werden!
Aber keiner vermag vorherzusagen, wie die Gefahr sich weiter entwickeln wird.
Nun ist es so weit: Heute feiern wir das Osterfest.
Wenn es auch nicht so feierlich ist wie wir es gewohnt sind, so halten wir es doch mit der  Botschaft unseres Landesbischofs: "Das Osterfest fällt nicht aus!"
Darum halten wir zusammen, wenn auch getrennt in unseren Häusern, und begehen diese feierliche Stunde und falten gemeinsam unsere Hände.
Wir tun dies, weil wir es ahnen, weil wir es tief in uns spüren: Die Osterbotschaft lässt sich auch von einem noch so gefährlichen Virus nicht aufhalten.
Dieser mag heute sein Unwesen treiben, aber die Botschaft von Ostern durchbricht jede Zeit, ist vielmehr die Eröffnung der Ewigkeit.
Dies hat Paulus schon seiner Gemeinde in Korinth zu verstehen gegeben und schreibt im 1. Kor 15, 19-20:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

 Tatsächlich: Wer da nur die Schlagzeilen der Nachrichten liest über die unfassbaren Zahlen von Toten und Infizierten, der könnte verzweifeln. Betroffen und mitfühlend denken auch wir an die ebenso unzähligen Hinterbliebenen, die in ihrer Trauer allein zurück bleiben müssen.
 Wir denken auch an die Opfer der Pandemie, die doch auch nur ihr Leben gelebt, Liebe gegeben und Gutes getan haben.
Wir freuen uns auch über die, die von der Krankheit genesen, wieder gesund und munter ins Leben zurückkehren können.
  Heute jedoch erreicht uns eine Nachricht, die so großartig wie unglaublich ist: Jesus Christus, der selbst ein Opfer des Leides und der Ungerechtigkeit dieser Welt gewesen ist, der gestorben ist und begraben wurde,
Jesus Christus ist auferstanden von den Toten!
 Die drei Frauen aus dem Evangelium hat es wie ein Schlag getroffen, als sie Nachricht des Engels hörten:
»Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod auferweckt!"
Ins Leben zurückkehren, wieder durchatmen, sich frei bewegen und begegnen können, davon träumen wir heute schon. Doch was da an Ostern passiert ist, das übertrifft all unsere Vorstellungen und Träume.
Der Sohn Gottes hat es uns vorgemacht:
Er ist den Weg des Lebens, des Leidens, des Sterbens gegangen. Er hat sich nicht aufhalten lassen, hat das Kreuz nicht fort geworfen, hat die Römer nicht nach Hause geschickt, sondern hat sich seinem Schicksal gestellt.
Doch bei Gott behält selbst der Tod nicht das letzte Wort. 
Sein Wort ist so unendlich weitreichender, mächtiger.
Seine Lust zu leben ist so viel größer und umfassender.
Seine Liebe zu uns Menschen ist so viel leidenschaftlicher,
wie wir es mit unseren Vorstellungen und Gedanken kaum zu erfassen vermögen.
 Darum gebe ich dem Paulus recht: Bleiben wir im Hier und Jetzt, denken wir nur an uns selbst, "so sind wir die elendesten unter allen Menschen."
 Hören wir aber auf die Nachricht des Engels, lassen wir uns erschrecken und wach rütteln, dann nimmt uns der Glaube mit auf den Weg, der über uns hinaus führt.
Das ist das Wunder von Ostern, das es heute zu bestaunen und zu feiern gibt: Der Mensch Jesus Christus, elendig hingerichtet und schmachvoll gestorben, ist auferstanden von den Toten. Das Leben steht von nun an in einem neuen Licht. Nicht nur die Osterkerzen in unseren Kirchen werden neu angezündet, sondern auch wir selbst dürfen uns neu anregen lassen zum Glauben und Vertrauen.
So wie wir uns über das erste Grün des Frühlings freuen dürfen, so sehen wir, dass der Sommer näher kommt, die Luft wärmer wird und die ganze Natur auflebt.
Wir dürfen über das Hier und Jetzt hinaus blicken, die Wahrheit Gottes als wunderbare Botschaft in uns wirken lassen und mit Freude nach vorne blicken über alle Widrigkeiten hinweg. 
Diese Freude zu spüren, das wünsche ich jedem von Herzen.

Dazu verhelfe uns Gott der Allmächtige und Barmherzige, der Vater der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.


Fürbittengebet

Herr Jesus Christus,
wir danken dir für das Fest des Lebens,
dass du es Ostern hast werden lassen
in dieser von Krankheit und Tod bedrohten Welt.
Stecke uns an mit der Freude über diese Botschaft
Zeige uns den Weg von der Verzweiflung zur Hoffnung,
vom Irrtum zur Wahrheit,
von der Unwissenheit zur Erkenntnis,
vom Zweifel zum Glauben,
vom Schweigen zum Jubel.

Du bist in unserer Mitte.
Erscheine auch denen, die einsam oder traurig sind,
mit deiner guten Nachricht.
Sprich zu den Hoffnungslosen und richte sie auf.
Stütze die Schwachen und gib ihnen Halt.
Alle unsere Gedanken, Sorgen und Bitten legen wir in deine Hände,
wenn wir gemeinsam beten:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
So segne und behüte uns Gott der Allmächtige und Barmherzige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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